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Tipps für ein stressfreies Weihnachtsdinner für alle

Es ist nicht nur das Fest der Liebe, sondern auch das des gemeinsamen Schlemmens – was im Zweifel vielleicht auch ein und dasselbe ist. Wir haben die besten Tipps zur Vorbereitung des Weihnachtsmenüs, damit auch die Gastgeber am Ende einen friedlichen und stressfreien Tag erleben können.

Es gibt Feste, die verleiten zu überhöhten Erwartungen. Weihnachten gehört ganz bestimmt dazu. Wenn der Heilige Abend naht, dann wälzen Familien weltweit Rezeptbücher und zählen Dessertteller durch, prüfen Topfgrößen und suchen Gänsebräter im Keller. Schließlich soll das Weihnachtsdinner an diesem Abend perfekt werden. 

Kurz vor dem 24. Dezember scheinen die allermeisten Familien aber dann doch wieder Angst vor den eigenen Ansprüchen zu bekommen, jedenfalls serviert letztendlich mehr als jeder Dritte am Ende einfach Kartoffelsalat mit Würstchen. Bei jedem zweiten gibt’s zum Nachtisch dazu einen Teller Plätzchen.

Aber der Wunsch nach etwas Besonderem und einer stressfreien Vorbereitung lässt sich tatsächlich auch anlässlich des Weihnachtsfestes miteinander verbinden. Wir haben die besten Gerichte und Tipps ausgesucht, die das Weihnachtsfest auch kulinarisch unvergesslich werden lassen.

Stressfrei vorbereiten

Wer am Weihnachtsvorabend keinen Nervenzusammenbruch erleiden will, der setze auf die Röhre zur Zubereitung des Menüs. „Der Backofen ist der Schlüssel zum Glück“, sagt Köchin und Food-Journalistin Julia Floß. „Planen Sie auf keinen Fall Kurzgebratenes“, sehr viel besser seien Speisen vorzubereiten, die man lange schmoren könne. Auch Suppen und Eintöpfe eignen sich hervorragend. „Man kann sie ein paar Stunden lauwarm auf dem Herd stehen lassen und währenddessen vielleicht noch etwas anderes vorbereiten oder schon mal die Küche putzen.“

Pilz-Walnuss-Suppe und die ideale Beilage für Gestresste

Gut vorzubereiten, dazu nahrhaft, lecker und durch den nussigen Geschmack durchaus weihnachtlich, so beschreibt Floß die Pilz-Walnuss-Suppe. In der Verwendung der Pilze sei man komplett frei, „kaufen Sie einfach, was im Supermarkt frisch aussieht“, sagt Floß.

Nach dem scharfen Anbraten kommen Zwiebeln, Butter und schließlich die gemahlenen Walnüsse dazu – die man bei einer etwaigen Nussallergie auch durch Mandeln ersetzen könne. Aufgießen lässt sich dann alles mit Gemüsebrühe und am Ende kann man mit Sahne abschmecken. Die Suppe ließe sich auch problemlos einen Tag im Kühlschrank aufbewahren.

Weihnachtliche Beilagen haben oft einiges an Mühseligkeit im Gepäck: Kartoffeln schälen, Knödel formen, Spätzle schaben. Wer es richtig stressfrei will, der kaufe eine Packung Polenta. Die ist ruckzuck servierfähig. Brühe aufkochen, Polenta rein, umrühren und dann geht es eigentlich nur noch um den letzten Schliff. „Um dem Ganzen den besonderen Geschmack zu geben, kann man wahlweise Butter reinrühren oder Parmesan. Das Ganze funktioniert aber auch mit Hafersahne und Margarine“, sagt Floß.

„Im Grunde ist das wie Instant-Kartoffelbrei. Das geht rasend schnell.“ Wer es noch weihnachtlicher mag, kann die Masse auch auf ein Backblech füllen und nach dem Abkühlen Sterne ausstechen. Anschließend Käse drüber, im Ofen gratinieren lassen und heiß servieren.

„Wer es richtig stressfrei will, der kaufe eine Packung Polenta. Die ist ruckzuck servierfähig.”
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Ofengemüse und Geschmortes aus dem Topf

Einfach vorbereiten lässt sich auch Ofengemüse. „Da kann man im Zweifel sogar die Gemüseschublade im Kühlschrank aufräumen“, sagt Floß. Alles passt mit ein bisschen Olivenöl und Gewürzen nach Geschmack auf so ein Blech: Kürbis, Zwiebeln, Blumenkohl, Kichererbsen, Zucchini, Aubergine, Rosenkohl, Bohnen. „Lecker wird es durch die Röstaromen, die sich innerhalb einer halben Stunde im Ofen bilden.“

„Ofengemüse – Lecker wird es durch die Röstaromen, die sich innerhalb einer halben Stunde im Ofen bilden.”
Julia Floß

Wer nicht den Backofen bemühen will, der setzt auf ein Schmorgericht aus dem großen Kochtopf. Das lässt sich gut vorbereiten und schmeckt im Zweifel aufgewärmt noch besser als frisch gekocht. „Für das Weihnachtsfest finde ich Wild sehr passend, weil es eben etwas Besonderes ist“, sagt Floß und rät zum Hirschgulasch. Mit ein bisschen Preiselbeermarmelade bekomme das eine besonders weihnachtliche Note.

Ein weiterer Vorteil des One-Pot-Gerichts: „Niemand muss am Tisch etwas tranchieren und wenn ein paar Gäste auf sich warten lassen, besteht auch nicht die Gefahr, dass es trocken wird.“ Sollte jemand nach der Bescherung nochmal der Mitternachtshunger überkommen, könne man mit einem aufgewärmten Schöpflöffel aus dem Topf aushelfen.

„Ein weiterer Vorteil des One-Pot-Gerichts: Niemand muss am Tisch etwas tranchieren.”

Zum Nachtisch wird nur noch gerührt

Die Erfahrung sagt, dass am Weihnachtsabend alle vor allem eines sind: satt. Und das schon bevor der Nachtisch um die Ecke kommt. „Ich finde es dann immer schade, wenn sich alle schon die Bäuche halten und stöhnen und man denkt sich: Ach, jetzt habe ich mir so viel Mühe mit dem Nachtisch gemacht.“ Julia Floß rät deshalb nur zu einem griechischen Joghurt mit etwas Honig und Nüssen. „Das schmeckt allen und davon schafft jeder auch noch ein kleines Schüsselchen.“

Vegane Weihnachten? Einfach gar nicht thematisieren!

Treffen unter dem Weihnachtsbaum überzeugte Fleischesser auf Veganer, hat Floß eine Faustregel gleich zu Beginn: „Nicht thematisieren! Und jeder guckt auf seinen eigenen Teller!“ Es gebe eine ganze Reihe von Gerichten, die in leichter Abwandlung angeboten werden könnten und zudem viel Veganes, das auch Fleischessern schmecke. Solange man eben kein Veganer-Etikett darauf kleben würde.

Pilz Bourguignon, Kartoffelgulasch und der Klassiker

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Deftig schmoren lassen sich auch Gemüsegerichte ohne tierische Produkte. Julia Floß schwört beispielsweise auf ein Pilz Bourguignon. Fleischesser kennen das mit Rind. „Pilze lassen sich auf dieselbe Art und Weise erst in mehreren Fuhren scharf anbraten und dann mit Karotten, Sellerie und Lauch in Rotwein oder Brühe köcheln“, sagt Floß. Mit Polenta, Knödeln oder Kartoffeln schmecke das auch Fleischessern.

Ähnlich verhalte es sich bei der österreichischen Deftigkeit Kartoffelgulasch mit Paprika und Zwiebeln. „Das ist wahnsinnig würzig und herzhaft. Mit einem Hefekloß serviert, will da auch Onkel Helmut Nachschlag, obwohl er vielleicht sonst von sich sagt, niemals etwas Veganes zu essen.“

Und auch der Klassiker des Weihnachtsfestes Würstchen mit Kartoffelsalat ist für Veganer geeignet. Würstchen gibt es schließlich auch in der fleischfreien Alternative. „Stellen Sie diese einfach auf einem andersfarbigen Teller neben die Bockwürstchen auf den Tisch“, sagt Floß. Und selbst der Kartoffelsalat mit Mayonnaise lässt sich eifrei zubereiten. „Wichtig ist hier ja nur, dass sich Fett und Wasser verbinden. Das geht auch wunderbar auf der Basis von Sojamilch.“

Kohlrouladen und aufgepepptes Gemüse

Gerade im Winter setzt Floß sehr gerne auf Kohl. „Er ist regional angebaut, er ist gesund, er ist günstig.“ Wer Kohlrouladen wickelt, habe zudem immer das Gefühl, kleine Geschenke zu verpacken, was das Essen perfekt für den Heiligen Abend macht. Sind Veganer eingeladen, bereite man einfach zwei unterschiedliche Füllungen für den Kohlmantel zu. „Die Päckchen mit dem Rinderhack bekommen dann am Ende eine blaue, die mit dem Hack auf Erbsenproteinbasis eine rote Kordel“, so könne es nicht zu Verwechslungen kommen.

„Die Päckchen mit dem Rinderhack bekommen eine blaue, die mit dem Hack auf Erbsenproteinbasis eine rote Kordel.”
Julia Floß

Auch lecker: Die Zubereitung mit geriebenem geräuchertem Tofu. Um eine Masse daraus zu machen, könne man ihn mit angeschmorten Zwiebeln und etwas Kartoffelbrei mischen. Jedes Päckchen, ob nun mit tierischem oder tierfreiem Inhalt, müsse ordentlich angebraten und schließlich mit Brühe abgelöscht werden. Mit Kümmel und Majoran geköchelt, ergebe das am Ende zudem eine köstliche Soße.

Wer Ofengemüse zu Polenta und Hirschgulasch reicht und auch Veganer am Tisch sitzen hat, der bereite einfach eine leckere Soße zu und zaubere damit aus dem Ofengemüse mit der Polenta ein Hauptgericht. „Sehr lecker und nahrhaft ist eine Sesamsauce aus Tahini, Zitronensaft und etwas Ahornsirup oder Honig.“

Schokolade vereint alle

Auch dann, wenn das Publikum am Weihnachtstisch extrem divers sei, kann man einen Nachtisch zubereiten, auf den sich alle einigen können: Schokoladenmousse. Julia Floß‘ Trick: „Bereiten Sie es einmal mit Seidentofu zu. Dabei handelt es sich um eine quarkähnliche Masse. Die müssen Sie nur mit flüssiger Zartbitterschokolade und ein bisschen Zucker fluffig rühren“, sagt Floß. Das Ergebnis schmecke allen. „Sagen Sie bloß nicht, dass es vegan ist. In diesem Fall ist Schweigen Gold.“

„Sagen Sie bloß nicht, dass es vegan ist. In diesem Fall ist Schweigen Gold.”
Julia Floß

Wenn viele Gäste am Weihnachtstisch sitzen

Es gibt Weihnachtsdinners, die eine derartige Größenordnung erreichen, dass herkömmliches Kochen keine richtig gute Lösung mehr ist. Aber auch dann muss einem gemeinsamen Essen nichts im Wege stehen. Julia Floß ist bei sehr vielen Gästen ein großer Fan der Vesperjause. Oder in festlich: Der Aperitivoplatte. Auf einem Brett werden Wurst, Schinken, Käse, aber auch Essiggürkchen, eingelegtes Gemüse, Perlzwiebeln, Salate, Brot, Dips und so weiter angerichtet. „Dann nascht jeder mal hier und mal dort und am Ende sind alle pappsatt und zufrieden.“

Auch das Fondue kann eine Möglichkeit sein, alle Geschmäcker auf einigermaßen stressfreie Art und Weise zu einen. Statt der üblichen Fleischstücke könnten auch kleine Frühlingsrollen oder verschiedenes Gemüsesorten in die heiße Brühe gehalten werden. „Auch Reisnudeln, Tofu oder Teigtäschchen eignen sich, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.“ 

Wer Raclette lieber mag, kann auch hier ganz unterschiedliche Varianten am Tisch zulassen. Natürlich gibt es die Käsefraktion, aber in den Pfännchen ließen sich auch winzige Lasagnen zubereiten oder kleine Pfannkuchen mit Blaubeeren und Schokodrops.

Wer jeden Gast beim Nachtisch seine eigene Kreation zaubern lassen will, der könne ein kleines Eisbuffet anbieten. Neben Vanille gibt es Sorbet für den milchfreien Genuss. „Dazu stellen Sie dann Schälchen mit Nüssen, kandierten Früchten, in Rum eingelegten Zwetschgen und verschiedenen Soßen. Dann sind alle glücklich.“

Claudia Lehnen

Autorin

Claudia Lehnen wollte als Jugendliche Ärztin werden, entschied sich dann aber dafür, lieber über Medizin und Menschen und ihre Krankheits- und Genesungsgeschichten zu berichten. Die in Köln niedergelassene Journalistin, die im Tageszeitungs-Journalismus zu Hause ist, ist unter anderem auf das Themengebiet Gesundheit spezialisiert.